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25.03.2025
08:55 Uhr

Chinas Wirtschaft im Umbruch: Millionen Arbeitsplätze durch Automatisierung bedroht

Die einst so mächtige chinesische Produktionsmaschinerie steht vor einem dramatischen Wandel. Was sich derzeit im Reich der Mitte abspielt, könnte man als "China-Schock 2.0" bezeichnen - nur dass diesmal China selbst der Leidtragende ist. Die arbeitsintensive Fertigung, die das Land einst zur "Werkbank der Welt" machte, verschwindet in rasantem Tempo.

Der steile Abstieg der traditionellen Industrien

Die Zahlen sind alarmierend: Allein zwischen 2011 und 2019 gingen in zwölf arbeitsintensiven Produktionsbereichen etwa 4 Millionen Arbeitsplätze verloren - ein Rückgang von 14 Prozent. Besonders hart traf es die Textilindustrie mit einem Stellenabbau von 40 Prozent. In den Jahren 2019 bis 2023 verschwanden weitere 3,4 Millionen Jobs. Diese Entwicklung zeigt deutlich, dass Chinas einstiger Wettbewerbsvorteil - die schier unerschöpfliche Verfügbarkeit günstiger Arbeitskräfte - Geschichte ist.

Automation als zweischneidiges Schwert

Die chinesische Führung setzt nun verstärkt auf Automatisierung und Hightech-Produktion. In modernen Automobilwerken wie dem GAC-Werk in Panyu arbeiten Menschen bereits Hand in Hand mit Robotern. Das erklärte Ziel: Die menschliche Belegschaft soll jährlich um 10 Prozent reduziert werden. Diese Entwicklung mag aus wirtschaftlicher Sicht unvermeidbar sein, stellt aber Millionen von älteren, geringer qualifizierten Arbeitnehmern vor existenzielle Herausforderungen.

Soziale Spannungen nehmen zu

Die Folgen dieser Transformation sind bereits spürbar. Arbeiterproteste haben im vergangenen Jahr mit 452 dokumentierten Fällen einen Höchststand erreicht - der höchste Wert seit einem Jahrzehnt. Besonders betroffen sind die Elektronik- und Bekleidungsindustrie. Diese Entwicklung könnte sich als Pulverfass für die soziale Stabilität des Landes erweisen.

Der Kampf um die Zukunft

Während Staatspräsident Xi Jinping von "neuen produktiven Kräften" spricht und die Hightech-Transformation vorantreibt, stellt sich die Frage: Was geschieht mit den Millionen Menschen, die in diesem Wandel auf der Strecke bleiben? Die kommunistische Führung steht vor der gewaltigen Herausforderung, den technologischen Fortschritt mit sozialer Stabilität in Einklang zu bringen.

Die Situation erinnert fatal an den ursprünglichen "China-Schock", den das Land in den frühen 2000er Jahren dem Westen zufügte - nur dass diesmal China selbst die bitteren Konsequenzen des wirtschaftlichen Strukturwandels zu spüren bekommt. Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wie das Land diese gewaltige Transformation bewältigen wird.

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