
Russland umgeht Sanktionen: Bitcoin und Tether werden für milliardenschwere Ölgeschäfte genutzt
In einem bemerkenswerten Schachzug gegen westliche Sanktionen nutzt Russland verstärkt Kryptowährungen wie Bitcoin und Tether (USDT) für seinen internationalen Ölhandel. Besonders im Geschäft mit China und Indien zeigt sich, wie geschickt der Kreml die digitalen Währungen einsetzt, um das westliche Finanzsystem zu umgehen.
Millionenschwere Transaktionen im Verborgenen
Nach einem aktuellen Reuters-Bericht wickeln russische Ölhändler monatlich Geschäfte im zweistelligen Millionenbereich über Kryptowährungen ab. Dies geschieht über ein ausgeklügeltes System von Zwischenhändlern und Offshore-Konten, die wie ein undurchdringliches Labyrinth funktionieren. Ein exemplarischer Ablauf sieht vor, dass chinesische Käufer zunächst Yuan an eine Handelsgesellschaft überweisen. Diese wandelt das Geld in Kryptowährungen um und leitet es über verschiedene Zwischenstationen nach Russland weiter, wo es schließlich in Rubel getauscht wird.
Die digitale Hintertür bleibt offen
Bemerkenswert ist die Einschätzung von Insidern, dass diese Praxis auch nach einer möglichen Aufhebung der Sanktionen fortgeführt werden könnte. Die Effizienz und Geschwindigkeit der Krypto-Transaktionen scheinen die russischen Händler überzeugt zu haben. Ende 2024 hatte der russische Finanzminister bereits öffentlich erklärt, dass Russland Bitcoin für den Außenhandel nutzen dürfe - ein deutliches Signal an die internationale Gemeinschaft.
China in der Zwickmühle
Während Russland seine Krypto-Strategie offensiv verfolgt, befindet sich China in einer paradoxen Situation. Offiziell verbietet die Volksrepublik seit 2021 nahezu alle Krypto-Transaktionen. Dennoch gehört das Land zu den führenden Bitcoin-Mining-Nationen weltweit - ein Widerspruch, der Fragen aufwirft. Noch brisanter sind Berichte, wonach die chinesische Regierung über Reserven von mindestens 193.000 Bitcoin verfügen soll.
Paradigmenwechsel im globalen Finanzsystem?
Die Entwicklungen zeigen eindrucksvoll, wie Kryptowährungen zunehmend als Instrument zur Umgehung westlicher Sanktionen genutzt werden. Während die USA ihre eigene Bitcoin-Strategie vorantreiben, könnte sich hier ein fundamentaler Wandel im internationalen Finanzsystem abzeichnen. Die Fähigkeit von Kryptowährungen, traditionelle Finanzkanäle zu umgehen, stellt die Wirksamkeit klassischer Sanktionsmechanismen grundlegend in Frage.
Dieser Trend dürfte die westlichen Regierungen vor erhebliche Herausforderungen stellen. Die dezentrale Natur von Kryptowährungen macht es nahezu unmöglich, solche Transaktionen effektiv zu unterbinden.

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